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  • Bild vom Pastorat Oeversee

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27.06.2012

„Zwölf Jahre ganz im Sinne der Natur“

Bild - „Zwölf Jahre ganz im Sinne der Natur“
© Sven Windmann

Vom Bund finanziertes Großprojekt „Obere Treenelandschaft“ läuft Ende des Monats fristgerecht aus / Nächtster Schritt: Naturschutzgebiet

Peter Lorenzen brachte die Stimmung des Tages in einem Satz auf den Punkt. „Es ist eine Menge Wehmut dabei, aber auch eine gute Portion Stolz und Freude über das, was wir erreicht haben“, sagte der Vorsitzende des Naturschutzvereins Obere Treenelandschaft während des Festaktes zum Abschluss des gleichnamigen Naturschutz-Großprojektes. Nach zwölf Jahren ist nun Schluss. Zum 30. Juni läuft fristgerecht das ambitionierte Förderprogramm aus.
Seit dem Jahr 2000 war der Verein Träger des Projektes, in das seitdem rund 7,5 Millionen Euro geflossen sind. Drei Viertel davon kamen vom Bund, den Rest teilten sich das Land Schleswig-Holstein und die „Kurt und Erika Schrobach-Stiftung“. Der Großteil des Fördergeldes, gut vier Millionen Euro, ging in den Flächenerwerb, etwa 1,6 Millionen Euro wurden in konkrete Umbaumaßnahmen investiert. „Insgesamt konnte wir mit Hilfe des Förderprogramms neben den bereits vorhandenen Flächen rund 570  Hektar Wald und Wiesen für den Naturschutz sichern“, erklärte Lorenzen, der zugleich betonte, dass das Ende des Projektes keinesfalls auch eine Ende der Schutzmaßnahmen rund um die Fröruper Berge bedeutet.
Diesen Aspekt  wiederum betonte auch Professor Dr. Beate Jessel. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz war eigens aus Bonn zur Abschlussveranstaltung in  der Akademie Sankelmark angereist. „Dort, wo wir Geld hineinstecken, muss es natürlich auch weitergehen – und das ist hier gesichert“, sagte Jessel, der insbesondere imponiert hat, dass der Naturschutz an der Oberen Treene „offenbar eine hohe Akzeptanz in allen umliegenden Gemeinden und der Bevölkerung hat“.   Spiegelbildlich dafür waren der Einladung des Vereins zur Abschlussfeier  zahlreiche Gäste und Nachbarn aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft gefolgt. „Es ist immens wichtig, dass bei so einem Großprojekt Synergien genutzt und geschaffen werden. Das ist hier sicherlich der Fall“, fügte Jessel an. Die gesamte Region könne deshalb auf zwölf erfolgreiche Jahre ganz im Sinne des Naturschutzes zurückblicken.
Neben der Sicherung von Flächen standen  in dieser Zeit in erster Linie Maßnahmen zur Förderung selten gewordener Arten im Mittelpunkt. Unter anderem haben sich das Neunauge, Fischotter und Kraniche in der Region angesiedelt. Ebenso ging es dem Verein darum, großflächige Weidelandschaften zu schaffen. Hinzu kommen die Wiedervernässung von Mooren, die Entwicklung von „Naturwäldern“ oder die Pflege von Feuchtwiesen und Heiden. All das hat das  Erscheinungsbild rund um die Fröruper Berge, die Treene und den Treßsee in den vergangenen Jahren massiv verändert. „Das ist unglaublich, wie sich alles entwickelt hat. Ich nehme diesen Prozess jeden Tag wahr. Und ich bin schon stolz darauf, was wir  hier alles geschafft haben“, meinte Dr. Wiebke Sach, für die das Ende der Förderung auch berufliche Konsequenzen mit sich bringt. Denn gemeinsam mit ihrer Kollegin Britta Gottburg war die Biologin bislang hauptamtlich beim Verein beschäftigt. Ab 1. Juli hingegen kann dieser, mit Hilfe der Schrobach-Stiftung, nur noch eine halbe Stelle finanzieren. Die übernimmt Britta Gottburg. „Es ist schade, dass wir mit Ablauf des Großprojektes nicht mehr ganz so stark aufgestellt sind wie bislang. Aber zumindest hat das Land bereits zugesagt, uns auch  in Zukunft zu unterstützen“, erklärte dazu Vereinsvorsitzender Peter Lorenzen.
So werden schon jetzt gemeinsam mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) erste Weichen gestellt, einen Großteil der Flächen in der Oberen Treenelandschaft als Naturschutzgebiet auszuweisen. „Es gab bereits zahlreiche Vorgespräche. Aber es ist ein langer Prozess, bei dem auch die Bevölkerung mitgenommen werden muss“, erklärte der zuständige Sachbearbeiter vom LLUR, Wolfgang Delefsen. „Vielleicht in drei Jahren“, so hofft er, „haben wir hier ein Naturschutzgebiet.“ Das einzurichten, war übrigens eine Voraussetzung für die Bewilligung und den Start des Großprojektes vor zwölf Jahren.

Wir danken Herrn Sven Windmann, Redakteur des Flensburger Tageblatts, für die Zuverfügungstellung dieses Berichtes.
Erscheinungstag im Flensburger Tageblatt am 27.06.2012


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