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  • Bild von Angler an der Treene als Kopfbild der Website
Foto zur Bäckerei Thomsen Frörup von 1920
Ca. 1920. Links, Bäckermeister Peter Thomsen. Rechts, Bäckermeister Claus Thomsen.

Im Haus Bäckerberg Nr. 8 wurde von 1851 bis 1959 eine Bäckerei betrieben. Erster bekannter Eigentümer war der Kätner (Kleinbauer) und Graupenmüller Peter Christian Thomsen. Lange bevor die Bäckerei eröffnete, gab es in Frörup ein Gemeinschaftsbackhaus, in dem die Frauen des Dorfes Brot bzw. Kuchen gebacken haben. Die Ruine des Backhauses stand noch bis ca. 1968. Auf verschiedenen Bauernhöfen waren Backöfen vorhanden, mit denen für den eigenen Bedarf gebacken wurde.

Das Bäckerhandwerk entstand in Frörup wohl im Jahre 1851 als Peter Christian Thomsen seine Bäckerei gründete. Der Gedanke selbst war wohl älter, denn schon im Jahre 1840 verpachtete der Bohlsmann ( Bauer) Jens Lund dem Bäcker Claus Thomsen, also dem Vater von Peter Christian, ein Stück Land, damit dieser ein Backhaus bauen konnte.

Das Haus Bäckerberg Nr. 10 wurde 1909 von Claus Thomsen als Backhaus errichtet. (Vorher stand das Backhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite, und gehörte zum Hof Lund). Zur Bäckerei gehörte auch eine Grützmühle und Landwirtschaft. Ein Pferd zog einen sogenannten Göpel, also eine Antriebsmaschine die die kreisenden Bewegungen des Pferdes mittels Übersetzung auf eine Transmission im Inneren der Mühle übertrug. Die Endprodukte waren Buchweizenmehl und Graupen oder Grütze. Ein Zeitzeuge erinnert sich: Reges Treiben herrschte zur Herbstzeit bei der alten Grützmühle. Die Bauern kamen aus 20 km Entfernung und lieferten ihren geernteten Buchweizen ab. Nach einigen Wochen konnten sie die fertige Grütze wieder abholen. Mit "1 PS und Peitschenzündung" wurde das alte, klapperige Geschütz angetrieben. Die Übertragung durch Klammräder und Hanfseile auf Mahl und Schüttelwerk funktionierte einwandfrei, es gab niemals Betriebsstörungen. Als der Buchweizenanbau immer geringer und zuletzt ganz eingestellt wurde, war auch das Schicksal der alten Grützmühle besiegelt. Hauptbetrieb war aber die Bäckerei.

Auch hier erinnert sich ein Zeitzeuge an seine Kindheit in der Backstube: Peter "Bäcker" hat uns das Rauchen beigebracht. Wir saßen in der Backstube unter dem langen Brottisch in voller Deckung und stopften unsere Pfeife mit Buchweizenkaff. Das war starker Tobak, aber er qualmte. Peter griente, wenn wir Tränen weinten. Die Bäckerei Thomsen hat ihren Betrieb aus gesundheitlichen Gründen am 31. Oktober 1959 eingestellt.