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Foto einer Bierflasche der Brauerei Peter Andersen von 1916
Bierflasche der Brauerei Peter Andersen von 1916

In der Oeverseer Chronik erinnert sich Fedder Thomsen aus Wedel an seinen Großvater Peter „Bruer“.

Der in Frörup nur unter dem Namen Peter „Bruer“ bekannte Peter Andersen betrieb mit seiner Frau neben der Brauerei auch ein Fuhrbetrieb. Peter „Bruer“ stammte aus einer Bierbrauerfamilie. Die Bierbrauerei machte nur einen Teil des Geschäftes aus, denn neben dem Braunbier aus eigener Herstellung wurden auch andere Biersorten von fremden Brauereien vertrieben. Der Vertrieb des Bieres zu den Gaststätten und anderen Abnehmern erfolgte natürlich mit Pferd und Wagen. Die Pferde von Peter „Bruer“ mussten häufig den Rückweg von den Auslieferungstouren allein finden, da die Kutscher aus nahe liegenden Gründen dazu nicht mehr in der Lage waren. Mit der eigenen Bierbrauerei war es im Jahre 1917 vorbei. Als dem Kaiserreich die Rohstoffe ausgingen, wurden die aus Buntmetall bestehenden Geräte konfisziert und zu Kriegsgerät verarbeitet.

Bier wurde aber schon lange vor Peter „Bruer“ in unserer Gegend gebraut. Bier ist eines der ältesten

alkoholischen Getränke. Bei Ausgrabungen im Kirchspiel Folby (Ostjütland) wurden Bierrückstände aus den 3. Jahrtausend v. Ch. nachgewiesen. Bier war in vielen Gegenden das wichtigste Volksgetränk.

Der hohe Bierkonsum im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war für den städtischen Fiskus und den Steuerbehörden von großem Interesse. Im Spätmittelalter wurden fast überall Produktions- und Verkaufsteuern auf Bier erhoben. Das Brauen und der Verkauf des Bieres war an bestimmte Privilegien gebunden. In der Chronik des Historischen Kruges in Oeversee sind z.B. einige aufgelistet:

Bedeutsam war das Privileg von König Erik von 1422, wonach man in den Krügen an Heer und Handelswegen Bier, Essen und Pferdefutter kaufen konnte. Und zwar nur dort und nur von Reisenden.

Der Kirchspielkrug von Oeversee wurde erstmalig 1519 urkundlich erwähnt. Zwei Jahre später, 1521, unter König Christian I. ,waren die Kröger verpflichtet, ihren Gästen zu jeder Mahlzeit drei Gerichte zu reichen, dazu - umsonst – Bier.

1624 erhielt der Kirchspielkrug zu Oeversee das königlich Privileg und die Posthalterei. Postboten machten dort Station. Als Gegenleistung brauchte der Kröger die Einquartierung von Soldaten nur in Begleitung des Königs zu dulden. Außerdem durfte er steuerfrei Brot backen, Bier brauen, Schnaps brennen und außer Haus verkaufen.

Im 16. Jahrhundert wurde in vielen Teilen des Deutschen Reiches das Biergeld zu einer der wichtigsten Steuerquellen.